Pfilichtliteratur: Psychagogik Neue Chancen

14. 12. 03
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NEU im Herbst: Basistexte zur PSYCHAGOGIK bestellen! Neue Chancen für sozioemotional beeinträchtigte SchülerInnen 7. Band der Reihe „Sciences-éducation-culture“ von L. NICOLA

 

Dieser neue Band ist der siebte der Reihe „sciences-éducation-culture“, für den Lucien NICOLAY verantwortlich zeichnet. Der promovierte Psychologe und ehemalige Hochschullehrer für u. A. Biologische, Klinische und Differenzielle Psychologie arbeitet nicht nur seit 25 Jahren als Sprachheillehrer am Centre de Logopédie, sondern lehrt auch schon seit 20 Jahren Verhaltenspsychotherapie und Erneuerte Psychoanalyse an verschiedenen Instituten im In- und Ausland.

 

Die Quellen seines Ansatzes gehen auf Alfred Adler, den Begründer der Individualpsychologie, zurück. Man könnte Adlers pädagogischen und beziehungspsychologischen Ansatz wie folgt zusammenfassen. Erziehen und Bilden heißt: Ermutigen zur Kompetenzentwicklung, denn ohne Kompetenzen oder zumindest ein Kompetenzerleben in einigen Bereichen oder in kleinsten Schritten ist kein Gleichwertigkeitserleben möglich. Und subjektiv erlebte Minderwertigkeitsgefühle stellen den Nährboden für gravierende psychosoziale Probleme dar. Diese Sichtweise expliziert der Autor im ersten Teil seiner zweiteiligen Einleitung; im zweiten Teil fokussiert er dabei auf die Rolle des Erwachsenen im Rahmen der erzieherischen Interaktion und Beziehungsdialogik. Darüber wird das Wesentliche der modernen Psychagogik definiert.

 

Das erste große Kapitel gilt einem Projekt, das am Centre de Logopédie eingeführt wurde, und das eine integrative Methodik nutzt. Es geht darum, dem sozioemotional beeinträchtigten Schüler das zu bieten, was er braucht, um seine psychischen Bedürfnisse zu befriedigen und ihn somit zu sozioemotionalen und darüber hinaus zu schulischen Kompetenzen zu führen. Das psychagogisch geschulte Team trifft ihre fachlichen Entscheidungen auf der Grundlage, einer von allen erarbeiteten Fallkonzeption, zum wesentlichen Teil bestehend aus einer komplexen horizontalen Verhaltensanalyse und einer vertikalen Verhaltens- und Plananalyse sowie der „Beziehungsgeschichte“ des Kindes. „Beziehungstherapie“ durch einen Bezugserwachsenen/ Ressourcenperson und kooperative Verhaltensmodifikation wirken in der Intervention zusammen. Bei mehrfach behinderten Vorschulkindern, bei denen man Einsichtsfähigkeit nicht voraussetzen kann, wird die kooperative durch die traditionelle Verhaltenstherapie ersetzt; der Beziehungsdialog bleibt unentbehrlich.


Im zweiten großen Kapitel finden wir einen ersten Teil über die neurobiologischen Grundlagen und die seelische Entwicklung, einen zweiten Teil zu den psychodynamischen Methoden und Techniken, denen sich der Psychagoge bedienen kann und einen dritten Teil zu den behavioristischen Methoden. Alle Konzepte und Methoden fundieren dabei in dem humanistischen Menschenbild der Individualpsychologie, das reine Dressur in der Erziehung und im Lernen ablehnt.

 

Das dritte Kapitel beinhaltet die Darstellung von drei häufigen Erscheinungsbilder, die „schwierige“ Kinder auszeichnen, nämlich sprachentwicklungsgestörte, aufmerksamkeitsdefizitgestörte mit oder ohne Hyperaktivität und natürlich aggressive. Trotz unterschiedlicher Genesen gibt es bei diesen Schülern viele Überschneidungen im Laufe der Entwicklung. Die drei Texte ermöglichen ein vertieftes Verständnis der anthropologischen Voraussetzungen der Betroffenen, ohne das die Basis individuumzentrierter Interventionen nicht gegeben ist.

 

Ein letztes Kapitel zeigt, wie sich die drei Risiko-Faktoren „Jugendlichkeit“, „Unerfahrenheit“ und „ADHS“ im Straßenverkehr auswirken können, wenn sie bei jungen Menschen zusammentreffen. Dieser Band stellt ebenfalls die theoretische Grundlage der SCRIPTWeiter-/ Fortbildungen des Autors zum gleichem Thema dar. Die LGIPA a.s.b.l. hat dazu eine zusätzlich ein IP-FORUM spezial mit dem Thema „Dokumentation PSYCHAGOGIK“ (This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.) herausgegeben.

 

Ecole & Vie - Redaktion