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Abstract des Vortrags von Prof. Dr. PRITZ

14. 11. 29
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Abstract des Vortrags von Prof. Dr.  PRITZ

Festrede anlässlich des zwanzigjährigen Geburtstages der Lëtzebuerger Gesellschaft für Individualpsychologie in Luxemburg am 25. April 2008

 

1. Der Bedarf nach Psychotherapie

In einer immer komplexer werdenden Weltordnung gibt es zunehmend Bedarf an psychotherapeutischer Hilfestellung. Die WHO schätzt, dass 500 Millionen Menschen psychischer Unterstützung bedürfen, aber lediglich die Hälfte davon auch diese erhält.

Depressionen und Ängste werden zu Leitkrankheiten des 21. Jahrhunderts, die Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen ist im Zunehmen. Epidemiologische Untersuchungen haben einen Psychotherapiebedarf von 5 Prozent der jeweiligen Bevölkerung festgestellt.

 

2.Die transkulturelle Frage

Die Menschheit ist in Bewegung und organisiert Wanderungsströme in bisher nicht gekanntem Ausmaß. Dies führt nicht nur zu Migrationstraumata sondern auch zur Frage, welche Bedeutung das Fremde in der psychotherapeutischen Praxis spielt. Moderne Psychotherapeuten brauchen Kenntnisse verschiedener Kulturen, um adäquat auf ihre Klienten eingehen zu können.

 

3.Die Methodenfrage

Wir können 7 Hauptgruppen in der Psychotherapie unterscheiden:

- Psychoanalytische Methoden

- Behaviorale Methoden

- Systemische Methoden

- Humanistische Methoden

- Hypnotische Methoden

- Entspannungsmethoden

- Integrative Methoden

 

Zunehmend gehen die Methodenvertreter aufeinander zu und lernen voneinander. Wir bewegen uns also in Richtung Methodenintegration.

 

4.Forschungsergebnisse

Um die Patienten bestmöglich zu behandeln, bedarf es der wissenschaftlichen Prüfung der Angebote. Hier gibt es einen großen Nachholbedarf, weniger in der „reinen Forschung“ selbst als in der praktischen Ausübung der Psychotherapie.

 

5. Psychotherapie  als Beruf

Es ist notwendig, dass die Öffentlichkeit und die Patienten über die Güte des psychotherapeutischen Angebots Bescheid wissen. Dafür bedarf es Regelungen zur Berufsausübung als auch zur Ausbildung von Psychotherapeuten. In 8 Ländern in der Europäischen Union gibt es bereits solche Regelungen.

 

6.Neue Wege

Die Humangenetik stellt uns vor neue Aufgaben: die Beratung im Umgang damit ist eines der wichtigen Zukunftsfelder der Psychotherapie. Aber auch die Beratung von Entscheidungsträgern für das soziale Wohl ist eine der großen künftigen Herausforderungen.