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I. Die Standesordnung für (Fach-)Mitglieder von 1988 (Vom Vorstand und den Kommissionen bestätigt im Jahr 2000)

 

1. Die Standesordnung hat folgende Zwecke zu erfüllen:

 

Festigung des Zusammenhaltes der Fachmitglieder untereinander und

Förderung ihrer wissenschaftlichen Kenntnisse und Befähigungen.

Regelung des Verkehrs der Fachmitglieder untereinander und mit anderen Fachleuten sowie dem Publikum resp. der Öffentlichkeit.

Festlegung der Ausbildungsstufen und Tätigkeitskompetenzen.

Regelung der Verpflichtung der Fachmitglieder gegenüber Klienten und Drittpersonen.

 

2. Richtlinien für (Fach-)Mitglieder

 

Art. 1. Zur Ausübung der IP-Praxis in Luxemburg sind nur LGIPA-Fachmitglieder berechtigt. Mit der Übernahme eines von der LGIPA ausgestellten Diploms (Ausbildungsstufe B, C, D, E) oder eines von der LGIPA anerkannten Diploms wird der Inhaber Fachmitglied der LGIPA, was ihn, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen Luxemburgs, zur Ausübung der individualpsychologischen Praxis legitimiert. Ein Fachmitglied der LGIPA ist verpflichtet, sich so weit wie möglich an die ethischen Grundsätze der Individualpsychologie zu halten und die vorliegende Standesordnung sowie die jeweils geltenden Richtlinien für Fachmitglieder einzuhalten. Zuwiderhandlungen ziehen den Ausschluss aus der LGIPA mit sich sowie ein sofortiges Erlöschen der (Fach-)Mitgliedschaft und der damit verbundenen Privilegien und Rechte. (Fach-)Mitglieder verpflichten sich, den für sie vorgesehenen Mitgliedsbeitrag zu bezahlen und alle zwei Jahre mindestens eine Fortbildungsveranstaltung der LGIPA mitzumachen.

Art. 2. Bei der Ausstellung von Berichten und Gutachten haben sich die (Fach-)Mitglieder ausschließlich von sachlich-wissenschaftlichen Kriterien leiten zu lassen. Polemische Exkurse und Gefälligkeitszeugnisse sind standesunwürdig.

Art. 3. Jegliche Maßnahmen, die in den Kompetenzbereich gesetzlich geschützter Berufe fallen, sind untersagt. Insbesondere betrifft dies die Rezeptur oder Empfehlung von Heilmitteln oder pharmakologisch wirksamen Substanzen durch nichtärztliche Fachmitglieder.

Art. 4. Es ist standesunwürdig, Beurteilungen, Beratungen und Untersuchungen an Einzelpersonen ausschließlich schriftlich durchzuführen. Ausgenommen sind einzelne, ausschließlich diagnostische Verfahren (z.B. graphologische Beurteilungen, Auswertungen von Testprotokollen etc.)

Art. 5. Die (Fach-)Mitglieder sind in Bezug auf alles, was sie von ihren Klienten und Exploranden in der Ausübung ihrer psychologischen*) Tätigkeit erfahren, Dritten gegenüber zur strengsten Geheimhaltung verpflichtet. Der Geheimhaltepflicht unterstehen auch alle Beobachtungen, Deutungen und Schlüsse, die ein Mitglied aufgrund seiner psychologischen*) Kenntnisse and Dritten anzustellen in der Lage wäre. Von der Pflicht zur Geheimhaltung kann ein Mitglied nur durch die Person, die Gegenstand des Geheimnisse ist, resp. durch deren gesetzlichen Vertreter entbunden werden.

Art. 6. Über die Arbeit an zugewiesenen Klienten und Exploranden ist nur unter deren ausdrücklichen Zustimmung an den Auftraggeber Bericht zu erstatten. Verweigert der Klient oder Explorand die zu diesem Zweck erforderliche Entbindung vom Tätigkeitsgeheimnis, so ist jede weitere psychologische Tätigkeit an diesem Klienten oder Exploranden un­verzüglich einzustellen. Andererseits hat ein Fachmitglied dem Wunsch nach Beiziehung einer anderen Fachperson oder dem Wunsch nach Wechsel in der Betreuung zu entsprechen, wenn nicht schwerwiegende Gründe dagegen sprechen. Sucht ein Klient oder Explorand ohne Wissen der zuvor behandelnden, beratenden oder untersuchenden Person ein anderes Mitglied in psychologischen*) Belangen auf, so ist es angezeigt, die unmittelbar zuvor tätige Fachperson in Übereinstimmung mit dem Klienten zu benachrichtigen.

Art. 7. Abschätzige Bemerkungen über Fachmitglieder oder Fachleute anderer Schulen / Richtungen sind zu unterlassen. Nur die sachliche Diskussion ist standesgemäß.

Art. 8. Werbung für die private Praxis hat, mit Ausnahme von höchstens dreimaligen, informativen Veröffentlichungen über Eröffnung, Verlegung oder Unterbrechung der Praxis, zu unterbleiben. Veröffentlichungen über Abwesenheit für begrenzte Zeitdauer haben sich darüber hinaus auf die notwendige Information zu beschränken. Fortgesetzte, aber auch marktschreierische und unlautere Reklame ist standesunwürdig. Die Unterbietung der allgemein üblichen Honorarsätze, die den Zweck hat, andere psychologisch*) tätige Personen aus ihrer Tätigkeit zu verdrängen, ist standesunwürdig, ebenso übersetzte Honorarforderungen.

Art. 9. Bei (Fach-)Mitgliedern, die in einem Angestelltenverhältnis stehen, finden die Bestimmungen der Standesordnung nur insofern Anwendung, als sie den gesetzlichen Bestimmungen nicht zuwiderlaufen.

Art. 10. Die Einhaltung der Standesordnung wird durch die einzelnen (Fach-)Mitglieder und die Kommissionen der Gesellschaft überwacht.

Art. 11. Bei Streitfällen zwischen (Fach-)Mitgliedern der Gesellschaft wird eine Schlichtungskommission einberufen.

Anmerkung zu*): psychologisch heißt hier: psychologisch-pädagogisch, psychologisch- diagnostisch, psychologisch-beraterisch, psychologisch-therapeutisch und psychologisch-analytisch. Psychotherapeutisch und psychoanalytisch tätige Fachmitglieder haben speziellere Richtlinien.

 

II. Die Ethik, Beschwerden-, und Schlichtungs - Kommission der LGIPA

 

Am 27. April 1997 hatte die Generalversammlung beschlossen, Maßnahmen zur Qualitätssicherung zu schaffen; unter diesen Beschluss fiel die Optimierung der Ausbildung (akademische Fundierung) sowie die Einrichtung einer multidisziplinären Ethik-, Beschwerden- und Schlichtungskommission (EBS-Kommission). Damit verfügt die LGIPA nun über eine außergerichtliche Einrichtung, die in Streitfragen die Klienten/Patienten von Fachmitgliedern kompetent, unkompliziert und rasch berät oder mit dem Mittel der Schlichtung („mediation“) mit größtmöglicher Schonung der Streitparteien und des zwischen ihnen bestehenden Vertrauensverhältnisses, einen Ausgleich der Interessen herstellt. Einer Konfliktregelung auf persönlicher Ebene sollte jedoch immer der Vorrang eingeräumt werden. Die siebenköpfige Kommission berät aber auch Mitglieder und Fachmitglieder in Ethikfragen und überwacht die Einhaltung der Standesordnung und der ethischen Rahmenrichtlinien.

Aktuelle Präsidentin der ehrenamtlich tätigen EBS-Kommission ist Dipl. Psychologin Josiane Pieknik (Tel.: 518278).

 

III. Die ethischen Richtlinien für PsychotherapeutInnen

 

Zu den in den Statuten festgelegten Aufgaben der LGIPA/SLPA gehört es auch, dafür Sorge zu tragen, dass ihre Mitglieder sich verpflichten, bestimmte ethische Richtlinien einzuhalten, die die Qualität des beraterischen und psychotherapeutischen oder supervisorischen Angebots neben der fachlichen Kompetenz gewährleisten.

Diese Richtlinien entsprechen denen des Europäischen Verbands für Psychotherapie und dienen dem Schutz der PatientInnen/KlientInnen vor unethischer Anwendung der Methoden durch LGIPA-(Fach-)Mitglieder, der Handlungsorientierung ihrer Mitglieder und als Grundlage für die Abklärung von Beschwerden.

 

1.Geltung

Die Richtlinien gelten für alle Mitglieder der LGIPA, die therapeutisch tätig sind.

 

2. Der psychotherapeutische Beruf

Der psychotherapeutische Beruf ist ein selbständiger wissenschaftlicher Beruf. Er dient der Indikationsstellung und der umfassenden, bewussten und geplanten Behandlung von psychisch, sozial und/oder somatisch bedingten psychischen Verhaltensstörungen und Leidenszuständen mit psychotherapeutischen Methoden. Ziel dieser Behandlung ist es, in der Interaktion zwischen einem oder mehreren behandelten und einem oder mehreren PsychotherapeutInnen einen psychotherapeutischen Prozess in Gang zu setzen, der Veränderungen und Weiterentwicklungen im Einzel-, Paar-, oder Gruppentherapiesetting ermöglicht. Der psychotherapeutische Beruf ist durch eigenverantwortliche Erfüllung dieser Aufgabe charakterisiert. Von PsychotherapeutInnen wird gefordert, ihre Fertigkeiten unter Beachtung der Menschenwürde und der Werthaltungen von Patienten/Klienten zu deren Wohl einzusetzen. PsychotherapeutInnen müssen ihre Berufsbezeichnung in Zusammenhang mit ihrer Berufsausübung in angemessener Weise deklarieren.

 

3. Fachliche Kompetenz und Fortbildung

PsychotherapeutInnen haben ihren Beruf nach bestem Wissen und Gewissen und unter Beachtung der Erkenntnisse der psychotherapeutischen Wissenschaft auszuüben. Diesem Erfordernis ist insbesondere durch den regelmäßigen Besuch von Fortbildungsveranstaltungen zu entsprechen. PsychotherapeutInnen haben sich in er Ausübung ihres Berufs auf jene psychotherapeutischen Arbeitsgebiete und Behandlungsmethoden zu beschränken, auf denen sie nachweislich ausreichende Kenntnisse und Erfahrungen erworben haben.

 

4. Schweigepflicht

PsychotherapeutInnen sowie assoziierte Fachkräfte sind zur prinzipiellen Verschwiegenheit über alle ihnen in Ausübung ihres Berufes anvertrauten oder bekannt gewordenen vertraulichen Informationen verpflichtet. Dies gilt auch für die Supervision.

 

5. Aufklärungs- und Sorgfaltspflich

PsychotherapeutInnen sind verpflichtet, PatienInnen/KlientInnen zu Beginn einer Behansdlung über Patientenrechte aufzuklären. Insbesondere betrifft dies folgende Aspekte:

 

die Art der psychotherapeutischen Methode (sofern angemessen und dem Prozess der psychotherapeutischen Behandlung entsprechend) und das Setting (inkl. Absagemodus),

den Umfang und die mutmaßliche Dauer der psychotherapeutischen Behandlung, die finanziellen Bedingungen der Behandlung (Honorar, etwaige Krankenkassenentschädigung, Verrechnungsmodus versäumter Stunden usw.), die Schweigepflicht, Beschwerdemöglichkeiten (z.B: bei der EBS-Kommission)µ

Den PatientInnen soll die Möglichkeit gegeben werden zu entscheiden, ob und bei wem sie eine Psychotherapie eingehen wollen. PsychotherapeutInnen haben die Verpflichtung, verantwortlich mit dem besonderen Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnis in der psychotherapeutischen Beziehung umzugehen. Ein Missbrauch dieses Vertrauensverhältnisses liegt dann vor, wenn PsychotherapeutInnen ihrer Aufgabe und Verantwortung gegenüber Patienten untreu werden, um ihre persönlichen, z.B. sexuellen, emotionalen, sozialen oder wirtschaftlichen Interessen zu befriedigen. Sexuelle Akte mit PatientInnen sind therapeutisch nicht zu legitimieren. Jede Form des Machtmissbrauchs stellt einen Verstoß gegen die berufsethischen psychotherapeutischen Richtlinien dar. Die Verantwortung dafür liegt ausschließlich bei den PsychotherapeutInnen. Mangelnde Verantwortung im Umgang mit dem Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnis in der Psychotherapie ist ein schwerwiegender Behandlungsfehler.

 

6.Verpflichtung zur sachlichen und wahren Information

Die Information der PatientInnen/KlientInnen hat sachlich, wahrhaftig und verhältnismäßig zu erfolgen. Jede marktschreierische oder irreführende Werbung (z.B. durch unangemessene Heilsversprechungen, durch das Aufzählen vieler verschiedener psychotherapeutischer Methoden ohne Ausbildungsabschluss u.dgl. um den Eindruck zu erwecken, dass man eine fundiertere, umfassendere Ausbildung hat als es der Fall ist) ist ebenso wie das Abwerben von PatientInnen/KlientInnen unzulässig.

 

7. Kollegiale Zusammenarbeit

PsychotherapeutInnen sind nach Bedarf zu interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Vertretern anderer Wissenschaften zum Wohle des Patienten verpflichtet.

 

8.Ethische Grundsätze im Ausbildungsbereich

Die ethischen Richtlinien sind sinngemäß auch auf das Verhältnis AusbilderInnen/Auszubildende anzuwenden.

 

9.Mitwirkung im Gesundheitswesen

In ihrer gesellschaftlichen Verantwortung werden PsychotherapeutInnen ermutigt, ihren Beitrag zur Erhaltung und Schaffung von Lebensbedingungen zu leisten, die der Förderung, Erhaltung und Wiederherstellung der psychischen Gesundheit und der Reifung oder Entwicklung des Menschen dienen.

 

10. Psychotherapieforschung

Im Interesse der wissenschaftlichen Weiterentwicklung der Psychotherapie sowie der Erforschung der Wirkungen der Psychotherapie sollen PsychotherapeutInnen nach ihren jeweiligen Möglichkeiten an Forschungsvorhaben mitwirken. Die Durchführung von psychotherapeutischer Forschungsvorhaben sowie die Publikation von psychotherapeutischen Arbeiten muss den oben angeführten ethischen Grundsätzen entsprechen. Die Interessen der PatientInnen/KlientInnen sind vorrangig.

 

11. Umgang mit Verstößen gegen berufsethische Richtlinien

Wenn Mitglieder, AusbildungskandidatInnen, KlientInnen und PatientInnen, die in professionellem Kontakt zu einem LGIPA-Mitglied stehen, diesem Verstöße gegen die Ethik-Richtlinien und/oder die Standesordnung vorwerfen, wenden sie sich mündlich oder schriftlich an die Präsidentin der EBS-Kommission. Diese kann Vermittler-, Schlichtungs- und Sanktionsaufgaben übernehmen. Die EBS-Kommission ist absolut unabhängig in ihrer Arbeit wie in ihren Entscheidungen; die Entscheidungen der Ethik-, Beschwerden- und Schlichtungskommission sind allerdings für alle Parteien bindend.

 

12. Verpflichtung der LGIPA-Mitglieder

Alle psychotherapeutisch tätigen Mitglieder verpflichten sich, sich in ihrer Berufsausübung an der Standesordnung und den ethischen Richtlinien der LGIPA zu orientieren.

 

13. Zusammensetzung der Ethik-Kommission

Kein Mitglied der Ethik-Kommission darf gleichzeitig Vorstandsmitglied der LGIPA/SLPA sein

 

IV. Die Bestimmungen für die Ernennung der Lehranalytiker und Lehrberater

 

Ein Lehranalytiker wird bei Bedarf und auf Vorschlag der Lehranalytikerkommission vom Vorstand ernannt. Er muss mindestens 30 Jahre alt sein und den Psychoanalytiker-Abschluss erworben haben. Zudem muss er seit wenigstens fünf Jahren als Psychoanalytiker (LGIPA) praktizieren, zumindest zwei Grundausbildungen geleitet haben sowie zwei Lehranalysen unter Supervision eines erfahrenen LGIPA-Lehranalytikers durchgeführt haben. Seine didaktischen Qualitäten müssen sich in praxi bewährt haben. Der Lehranalytikertitel gilt auf Lebenszeit. Lehranalytiker

Ein Lehrberater wird auf Vorschlag des supervidierenden Lehranalytikers vom Vorstand auf Lebenszeit ernannt: Folgende Voraussetzungen  müssen erfüllt sein:

Diplom des Studiengangs „Conseiller psychosocial“ (SLPA/LGIPA)

Nachweis über Studienleistungen im Bereich der Pathopsychologie personeller und interpersoneller Systeme von insgesamt 100 Stunden.

Persönliche Eignung von zwei Lehranalytikern der LGIPA schriftlich bestätigt.

Zusatzleistungen in Theorie und Methodik wie Psychoanalytiker Studiengang, je nach Grundberuf, und in Absprache mit dem supervidierenden Lehranalytiker.

Ausübung der Funktion eines "Kommissarischen Lehrberaters" über drei Jahre  hinweg im Rahmen der LGIPA-Grundausbildung sowie des Berater-Studiengangs. Diese didaktische Tätigkeit wird von einem LGIPA-Lehranalytiker supervidiert und dies monatlich mit wenigstens zwei Supervisionsstunden (insgesamt wenigstens 75 Stunden Supervision). Die dreijährige Tätigkeit als "Kommisarischer Lehrberater" endet mit der schriftlichen Empfehlung des supervidierenden Lehranalytikers an den Vorstand, die Ernennung zum Lehrberater (LGIPA) / Conseiller psychosocial didacticien (SLPA) auszusprechen. Lehranalytiker

 

V Ethische Richtlinien für Psychologen und Mitglieder der SLP (Psychologievereinigung) siehe unter www.slp.lu

Statuten
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L'an mil neuf cent quatre-vingt-sept, le vingt-huit octobre. Les soussignés

BECKER Pierre, instituteur, Kayl, luxembourgeois

BRAUN Gisèle, pédagogue spécialisée, Luxembourg, luxembourgeoise

FOX Viviane, professeur, Strassen, luxembourgeoise

GEHLE Helmut, psychologue, Bettendorf, allemand

HELTEN Sonja, pédagogue spécialisée, Dudelange, luxembourgeoise

HUVIG Rosi, sans, Schifflange, luxembourgeoise

JACOBI Marianne, monitrice, Capellen, luxembourgeoise

JACKMUTH Annette, médecin, Schieren, luxembourgeoise

KHABIRPOUR Fari, psychologue, Kehlen, luxembourgeois

KNEIP Nico, psychologue, Ingeldorf, luxembourgeois

NICOLAY Lucien, professeur, Luxembourg, luxembourgeois

SCHABER Hélène, psychologue, Ingeldorf, luxembourgeoise

SCHROEDER Gaby, professeur, Dudelange, luxembourgeoise

WEIRICH Fernand, rédacteur, Kayl, luxembourgeois

WILTGEN Marianne, chargé de cours, Sanem, luxembourgeoise

 

membres fondateurs et tous ceux qui par adhésion aux présents statuts en deviendront membre, constituent entre eux une a.s.b.l. régie par la loi du 21 avril 1928 ainsi que par les statuts qui suivent:



I. Dénomination - Siège - Objet - Durée

Art. ler. L'association est dénommée "Société Luxembourgeoise de Psychologie Adlérienne (SLPA)", "Lëtzebuerger Gesellschaft fir Individualpsychologie nom Alfred ADLER (LGIPA)"

Art. 2. Son siège social est établi à Luxembourg. Il pourra être transféré à tout autre endroit par simple décision du Conseil d'Administration.

Art. 3. L'association a comme objet:

La diffusion, l'approfondissement de la psychologie adlérienne et de ses idéaux sociopratiques, l'innovation et la recherche dans le domaine de la psychopédagogie et de la psychanalyse adlérienne ainsi que leurs applications méthodiques.

La promotion des contacts, l'échange d'information et la collaboration entre ses membres sur le plan national et international.

La défense d'une déontologie professionnelle (Standesordnung)

Art. 4. L'association exercera ses activités dans un esprit de stricte neutralité politique, syndicale et religieuse et dans le respect d'une déontologie professionnelle.

Art. 5. La durée de l'association est illimitée.

 

Il. Des associés

Art. 6. L'association se compose de membres actifs, de membres spécialisés, de membres associés et de membres d'honneur. Leur nombre est illimité, mais ne peut être inférieur à 7 membres

Art. 7. Tous les membres présents et ceux qui seront admis par la suite s'engagent à observer les présents statuts ainsi que tous les règlements d'ordre intérieur qui seraient établis ultérieurement, notamment concernant la déontologie professionnelle

Art. 8.

1. Quiconque s'engage à respecter les statuts et règlements intérieurs établis par l'association peut devenir membre actif.

2. Peuvent devenir membres spécialisés toutes les personnes qui ont achevé avec succès une formation complète en psychologie adlérienne selon les directives et réglementations de la SLPA ou auprès d'un institut agréé par la SLPA.

3. Les membres actifs et les membres spécialisés ont le droit de vote au sein de l'association.

4. Les membres associés sont des personnes naturelles ou juridiques, instituts ou autres associations, qui s'intéressent aux buts, fonctions et missions de la SLPA. Ils n'ont pas le droit de vote au sein de l'association.

5. Les membres d'honneur sont des membres qui ont été nommés par la SLPA en reconnaissance de leurs mérites extraordinaires en faveur de la psychologie adlérienne. Les membres d'honneur ne paient pas de cotisation.

6. Tous les membres s'engagent à payer la cotisation annuelle fixée par lAssemblée générale, qui ne peut dépasser 5.000,- francs luxembourgeois.

7. Les demandes d'affiliation sont à adresser par écrit au Conseil d'Administration, qui en décide souverainement.

Art. 9. La qualité de membre se perd par

- une démission écrite adressée au Conseil d'Administration,

- le décès du membre,

- une décision d'exclusion prononcée pour cause grave par le Conseil d'Administration.

 

III. Les organes de la société

Art. 10. L'association se compose du Conseil d‘Administration, de l'Assemblée générale, des instituts de formation, de la commission spécialisée "analyse didactique", de la commission spécialisée "science et recherche", de la commission de formation (et de la commission d’éthique et de médiation; depuis 1997)

Art. 11. Le Conseil d'Administration établira l'organisation et les modalités de  fonctionnement des différentes commissions et nommera leurs membres selon un  règlement intérieur.

 

IV. De l'assemblée générale

Art. 12. L'assemblée générale constituée par tous les membres de la société se réunit une fois par an au cours du premier trimestre. Le Conseil d'Administration en fixera la date et le lieu. Les membres seront convoqués par lettre circulaire au moins huit jours à l'avance.

Art. 13. L'assemblée générale statuera dans les formes et selon les majorités prévues par la loi sur:

- la modification des statuts,

- l'approbation des budgets et des comptes,

- la nomination et la révocation des administrateurs.

Art. 14. Des assemblées extraordinaires peuvent être convoquées par le Conseil d'Administration chaque fois qu'il le jugera nécessaire. A la suite d'une demande émanant d'un cinquième des membres actifs ou spécialisés, le Conseil d'Administration chaque fois qu'il le jugera nécessaire. A la suite d'une demande émanant d'un cinquième des membres actifs ou spécialisés, le Conseil d'Administration doit convoquer endéans un mois une assemblée générale extraordinaire.

Art. 15. L'approbation des budgets et des comptes se fera après rapport de deux réviseurs de caisse désignés par l'assemblée générale.

 

V. Du Conseil d'Administration

Art. 16. L'association est gérée par un Conseil d'Administration de six membres au moins et de onze membres au plus, élus par l'assemblée générale pour la durée de trois ans. Les membres actifs ou spécialisés sont électeurs et éligibles. Les administrateurs sont rééligibles. Ils sont révocables pour motifs graves, par l'assemblée générale, qui décide souverainement. En cas de vacance d'un siège il sera pourvu à son remplacement lors de la prochaine assemblée générale.

Art. 17. Le président et le vice-président de l'association doivent être des membres spécialisés de la SLPA.  

Art. 18. Le Conseil d'Administration ne peut valablement délibérer que si un tiers de ses membres est présent; les décisions ne pourront être prises que s'il y a majorité absolue des voix.

Art. 19. Le Conseil d'Administration désigne une secrétaire, un secrétaire ­adjoint et un trésorier parmi ses membres et il a le droit de nommer un gérant, membre de l'association, mais non du Conseil d'Administration, afin de régler les affaires courantes

Art. 20. Le Conseil d'Administration se réunira sur convocation au moins huit jours à l'avance.

Art. 21.

1. Le Conseil d'Administration a tous les pouvoirs qui ne sont pas expressément réservés à l'assemblée générale par la loi ou par les statuts.

2. Le Conseil d'Administration agit dans le cadre des résolutions et prises de position votées lors des assemblées générales ordinaires et extraordinaires.

 

VI. Des Instituts de formation

Art. 22. La formation de base, la formation continue des membres et les stages de perfectionnement en psychopédagogie et psychanalyse adlérienne sont assurés par la société elle-même ou par des instituts délégués par / agréés auprès de la SLPA.

 

VII. De l'année sociale

Art. 23. L'année sociale commence le premier janvier et finit le 31 décembre. Par exception, la première année sociale commence à la date de la constitution de l'association.

 

VIII. De la modification des statuts - De la dissolution et de la liquidation de l'association

Art. 24. Les modifications des statuts ainsi que la dissolution se feront conformément aux règles établies par la loi du 21 avril 1928 sur les associations sans but lucratif.

L'assemblée générale ayant prononcé la dissolution de l'association désignera un ou plusieurs liquidateurs. En cas de dissolution, l'actif social de l'association reviendra à une institution ou association à désigner par l'assemblée générale.

 

IX. Dispositions générales

Art. 25. Pour les cas non prévus par les présents statuts, les associés se réfèrent à la loi du 21 avril 1928 sur les associations sans but lucratif et les établissements d'utilité publique. Le premier Conseil d'Administration, élu le 28 octobre 1987, se compose comme suit:

Président:       Lucien NICOLAY     
Vice-Président:     

Fari KHABIRPOUR
Trésorière.     Sonja HELTEN
Secrétaire:     Annette JACKMUTH
Secrétaire-adjoint:     Helmut GEHLE
Membres:     Pierre BECKER,
Marianne JACOBI,
Rose HUVIG,
Marianne WILTGEN

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Alfred Adler wurde am 7. Februar 1870 in dem Wiener Vorort Pensing  als zweiter von sechs Kindern geboren. Sein Vater Leopold, ein Getreidehändler und seine Mutter Pauline Beer waren jüdischer Herkunft und Tradition, aber ohne darunter je gelitten zu haben.

 

Alfred Adler war eher ein gesundheitlich schwächliches Kind, er litt unter Kehlkopfspasmen, die er lernen musste zu kontrollieren, um nicht zu ersticken und unter Rachitis. Demzufolge dauerte es einige Jahre, bis er mit seinen Alterskameraden auf den unbebauten Flächen der Gegend herumtollen konnte. Sein jüngerer Bruder starb neben ihm und er selbst hatte Schwierigkeiten sich von einer gefährlichen Lungenentzündung zu erholen. Diese Umstände könnten in ihm den Wunsch erweckt haben, als Arzt für das Leben zu kämpfen. Da Adler  durch sein vieles Fehlen einen Rückstand in Mathematik aufwies, riet ihm der Lehrer zu einem Handwerksberuf. Alfred Adler, der sich vor allem durch seinen Vater unterstützt fühlte, arbeitete aber fleißig, um den Rückstand aufzuholen und überraschte Lehrer und Kameraden in der Folge mit außergewöhnlichen Leistungen in Mathematik.

 

Trotz ökonomischer Schwierigkeiten der Familie, konnte Alfred Adler am 22. November 1895 sein Doktorat in Medizin ablegen. Während seiner Ausbildungszeit hatte er sich aber zusätzlich für Gesang, Literatur und Philosophie interessiert und er hatte eine große klinische Erfahrung gesammelt, weil er zum Teil auch unentgeltlich in Allgemeinmedizin und Augenheilkunde praktiziert hat. Adler stand bald auch die Sozialmedizin sehr nahe.

 

Am 28. September 1897 heiratete er Raïssa Epstein, eine recht unabhängige russische Studentin, die, wie viele russischen Mädchen, im Westen ihr Universitätsstudium absolvierte. Die beiden haben sich wahrscheinlich während sozialistischer Treffen in Wien kennen gelernt. Ihre älteste Tochter Valentine Dina wurde 1898 geboren, dann kamen 1901 Alexandra und 1905 Kurt auf die Welt – beide praktizierten später als Psychiater in New York – sowie 1909 noch Cornelia (Nelly). Ihr Vater arbeitete neben seiner Praxis zu der Zeit auch noch für eine medizinische Wiener Zeitschrift.

 

Um die Jahrhundertwende, Zeit der Unsicherheit und des Umbruchs, wurden Ärzte immer häufiger zu Personen mit „schwachen Nerven“ gerufen. Freud war damals auch schon bekannt wegen der Veröffentlichung seines Buches „Traumdeutung“, das Adler positiv rezensiert hat. So wurde Adler eingeladen, an dem wöchentlichen Diskussionskreis der Freud-Anhänger teilzunehmen. Er wurde sogar Präsident der späteren psychoanalytischen Vereinigung bis es 1911 zum Bruch mit Freud kam. Auf dem Nürnberger Kongress hatte Adler nämlich die Freudsche Sexualthese kritisiert, was den Begründer der Psychoanalyse sehr getroffen und verärgert hat. Adler gründete alsdann den Verein für Freie Psychoanalyse, später Verein für Vergleichende Individualpsychologie genannt. Mit seinen Freunden gab er sein erstes Gegenwerk „Heilen und Bilden“ heraus, in dem Vaihingers (Neo-Kantianer) Begriff des „Als ob“ und die Idee der Fiktion eine große Rolle spielt. (Heute spricht man von Konstruktivismus und Konstruktionismus.)

 

Auch der erste Weltkrieg hat Adler geprägt, z.B. in der Begriffsbildung wovon Begriffe wie   „Lebensfront“, „Nebenkriegsschauplatz“ u.a. zeugen. Vor allem aber forderte Adler eine Prävention von Krieg und Gewalt durch Erziehung. Kinder sollen gewaltfrei aufwachsen und zur Kooperation in Familie und Gemeinschaft ermutigt werden. Adler führt die ersten Erziehungsberatungen in Wien durch, lehrt die angehenden Lehrer und bildet Individualpsychologen aus.

 

Durch seine Ernennung zum Professor (1924) an dem Pädagogischen Institut in Wien beeinflusste er viele Pädagogen. Innerhalb weniger Jahre wurden individualpsychologische Erziehungsberatungsstellen in Wien und in Deutschland (München, Berlin) gegründet. Seine Schüler Spiel, Birnbaum und Scharmer gründeten sogar eine individualpsychologische Versuchsschule in Wien.

 

Adler leitete bis zu seiner endgültigen Übersiedlung nach Amerika auch noch als „Nervenarzt“ eine klinische Ambulanz in Wien.

 

Adler überzeugte mit seiner Individualpsychologie aber nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch in Frankreich (Sorbonne) und in den Vereinigten Staaten von Amerika (Columbia University in New York, Long Island Medical College). Erst 1934 lässt er sich definitiv in den USA nieder. Während seiner letzten Europa-Reise, die ihn nach Frankreich, Holland und Großbritannien führte, stirbt er ganz plötzlich 1937 in Aberdeen (Schottland)

 

Von seinen Kindern haben nur Alexandra und Kurt das Naziregime überlebt.

 

Kurt Adler hat nach der Begegnung mit den LehranalytikernInnen der LGIPA auf dem Internationalen Kongress für Individualpsychologie in Budapest (1993) die Aufnahme der kleinen Luxemburger Gesellschaft in die Internationale Gesellschaft schriftlich befürwortet und aktiv gefördert.

 

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1. Zur Individual Psychologie

 

Die von Alfred Adler (klicken auf sein Porträt für Biografie) gegründete Individualpsychologie ist eine der bedeutendsten tiefenpsychologischen oder psychodynamischen Schulen und ist aus dem Disput mit der Freudianischen Psychoanalyse hervorgegangen. Sie kann nicht nur als Katalysator einer Erneuerten Psychoanalyse sowie als Vorläufer der Humanistischen Psychologie angesehen werden, sondern hat sich selbst auch weiterentwickelt und ausdifferenziert. Adler hat viele Thesen aufgestellt, die erst in den letzten Jahrzehnten von der akademischen Psychologie und Therapieforschung bestätigt werden konnten. Die Individualpsychologie (Psychologie des un-teilbaren Wesens, In-dividuums) geht von einem ganzheitlichen Verständnis des zielstrebigen Menschen mit seinen unbewussten und bewussten Erlebnis- und Handlungsweisen aus. Das Individuum lebt aber innerhalb einer sozialen Gemeinschaft, auf die es permanent im Erleben und Handeln bezogen ist; in Interaktion mit den Mitgliedern dieser Gemeinschaft und auf der Grundlage seiner genetischen und biologischen Möglichkeiten baut das Individuum sehr früh schon und in kreativer Weise seine einzigartige Persönlichkeit auf. Je nachdem wie diese Persönlichkeitskonstruktion – Adler spricht von Lebensstil - ausgefallen ist, fällt es dem Individuum leichter oder schwerer, auf der Welt zu sein, diese mitzugestalten und seine Werte, Ideale und Ziele zu verwirklichen.

 

Die individualpsychologischen Theorien und Methoden ermöglichen es, dem Menschen Hilfestellungen bei seiner Selbstverwirklichung zu geben. Die Anwendungsbereiche erstrecken sich von der Erziehung und Prävention, über Beratung und Erwachsenenbildung bis hin zu Psychotherapie/Psychoanalyse und Supervision. Heute stehen den Individualpsychologen ein großes Repertoire von Interventionsmethoden zur Verfügung, die optimal auf die Situation des Einzelnen in seinem Beziehungsfeld, seine Problematik oder Störung sowie seine Persönlichkeit wirken können.

 

50 Jahre nach dem Tode des Begründers der Freien Psychoanalyse und Vergleichenden Individualpsychologie haben Fari Khabirpour und Lucien Nicolay beschlossen ihre jeweiligen Ausbildungsaktivitäten zu bündeln und einen Verein zu gründen mit dem Ziel, das Gedankengut Alfred Adlers, dem Vater der modernen Psychotherapie, in Luxemburg bei Laien und Fachleuten zu verbreiten und weiter zu entwickeln.

 

 2. Zur Geschichte der LGIPA

 

Am 28. Oktober 1987 hat sich die „Lëtzebuerger Gesellschaft fir Individualpsychologie“ im Anschluss an ein breit angelegtes kostenfreies Fortbildungsangebot für pädagogische und soziale Berufe konstituiert. Die Seminare fanden in den Räumen der „Entente des Foyers de Jour“ statt, deren verantwortlicher Leiter damals der Dipl. Psychologe Fari Khabirpour war und kannten einen immensen Erfolg.

 

Prof. Dr. Lucy Ackerknecht bot eine Einführung in die Theorie und Praxis der Individualpsychologie, Prof. Lucien Nicolay sprach über die Grundlagen der individualpsychologischen Psychoanalyse und Psych. Fari Khabirpour über die der individualpsychologischen Psychopädagogik. Daneben wurden Themen der Zeit angeboten; so sprach der Psychologe und Pädagoge Helmut Gehle über die Bewältigung einer nuklearen Bedrohung und die Musikpädagogin Marianne Wiltgen über die frühe Mutter-Kind-Beziehung. (Erik Blumenthals Seminar über Paarprobleme musste um einige Wochen verschoben werden.)

 

Auf der Gründungsversammlung selbst gab es drei Referate: Sonja Helten skizzierte Adlers Lebenslauf und Persönlichkeit, Lucien Nicolay stellte die Evolution der individualpsychologischen Ausbildungen in Europa seit 1954 dar und Fari Khabirpour stellte die Ziele und Aufgaben der LGIPA vor.

 

Der erste Vorstand setzte sich aus neun Personen zusammen: Pierre Becker, Helmut Gehle, Annette Jackmuth, Marianne Jacobi, Sonja Helten, Rosi Huvig, Fari Khabirpour, Lucien Nicolay und Marianne Wiltgen. Insgesamt gab es 33 Gründungsmitglieder. Die Zahl stieg, zumindest auf dem Papier bis auf 180 in- und ausländische Mitglieder, um dann wieder auf 50-60 abzusinken. Die ersten Luxemburger Lehranalytiker wurden von den beiden Individualpsychologen ausgebildet, die Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre auch der Individualpsychologie in der Bundesrepublik wieder zum Aufschwung verholfen haben, nämlich Erik Blumenthal und Lucy Ackerknecht.

 

Eingetragen als A.s.b.l.wurde der Verein am 20. April 1988. Im Dezember 1987 erschien zum ersten Mal die Zeitung IP-Forum, die sich in den darauf folgenden Jahren zur Zeitschrift resp. zum Jahrbuch entwickelt hat. Wahrscheinlich geht der Wandel nun in Richtung „on-line“-Zeitung IP-FORUM.

 

Die LGIPA bot in den darauffolgenden Jahren eine hierarchisch aufgebaute Ausbildung an; die Stufen (A-E) der Ausbildung waren: Grundausbildung (200 Stunden), Educateur psychosocial (SLPA), Conseiller psychosocial (SLPA), Psychothérapeute (SLPA) oder Psychothérapeute pour enfants et adolescents (SLPA) und Psychanalyste (SLPA). Die Abschlusszertifikate trugen der vorherigen beruflichen Qualifikation der Absolventen Rechnung.

 

Unterstützt wurde die LGIPA bei der Ausbildung auch durch ausländische KollegInnen, die in der Ausbildung von Luxemburger Individualpsychologen durch Wochenend- und Intensivseminare mithalfen, wie z.B. (in alphabetischer Reihenfolge): Prof. Dr. Lucy K. Ackerknecht (USA), Dr. Ralf Biehle (D), Erik Blumenthal (CH), Prof. Dr. Wilfried Datler (AU), Dorothea Ewert (D), Dr. K.-H. Hay (D), Dr. German Höcher (D), , Prof. Dr. Ludwig Pongratz (D), Dr. Michael Titze (D) und Dr. Jürg Rüedi (CH).

 

Seit ihrer Gründung hat die Gesellschaft neben jährlichen Vorträgen, Seminaren, Gruppen für Laien (Schwerpunkte: Psychohygiene in der Familie, Prävention von seelischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen, familiäre Erziehung sowie Frauenförderung), bislang fünf Lehrgänge (bis 2000/2001) für angehende Psychosoziale Berater oder Psychotherapeuten und Psychoanalytiker angeboten. Auch deutschsprachige Fachleute haben ihre Ausbildung zum Teil bei der LGIPA absolviert und haben anschließend ihre Psychotherapeuten-Approbation im Heimatland bekommen. Die LGIPA- Ausbildungszertifikate werden von befreundeten Instituten und Gesellschaften anerkannt.

 

Zum zehnjährigen Bestehen überdachte die LGIPA ihre Ausbildung und hat sie an den internationalen Forschungsstand angepasst. Heute bietet die LGIPA methodenintegrativ ausgerichtete Studiengänge auf der Basis akademisch- psychologischer Forschungsergebnisse an. So wird zum Beispiel in der Therapeutenausbildung die psychodynamische Ausrichtung ergänzt durch die Selbstmanagementtherapie (VT/KVT). Die klassisch-psychoanalytische Vorgehensweise ist dem letzten darauf aufbauenden Studiengang vorbehalten. Die Ausbildung wird also immer wieder angepasst und auf den letzten Stand gebracht. Studiengänge.

 

Ende 1999 wurde die LGIPA in die Internationale Vereinigung für Individualpsychologie aufgenommen.

 

Auskünfte über LGIPA-Aktivitäten ab 2000 sind zu finden unter Veranstaltungen und Jahresberichte. 

 

L.N. (November 2000)