Gründung des I.P.G.

in I.P.G.
14. 12. 04
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INSTITUT FIR PSYCHOLOGESCH GESONDHEETSFÖRDERONG

 

In Ausführung der LGIPA-Statuten, eingetragen in Luxemburg am  20. April 1988, speziell Kapitel VI, Art. 22, hat der Vorstand beschlossen, die einmalige Gelegenheit zu nutzen und bei der Gemeinde Bartringen in dem neuen Gebäudekomplex „Beim Schlass“ Räumlichkeiten zwecks Einrichtung einer Forschungs- und Lehrpraxis anzumieten, sobald das Gebäude bezugsfertig ist. Diese Entscheidung wurde von der Generalversammlung am 28. März 2002 gutgeheißen, so dass zwei in Bartringen wohnende Vorstandsmitglieder, nämlich der Präsident und der Sekretär,  beauftragt werden konnten, mit der Gemeinde einen Vorvertrag abzuschließen. Der „Contrat préalable de location d’une surface commerciale au projet immobilier ‚Beim Schlass‘“ wurde am 17. April 2002 unterzeichnet.

 

Im dritten Artikel der LGIPA/SLPA-Statuten werden die Ziele der Gesellschaft definiert: „La diffusion, l’approfondissement de la psychologie adlérienne et de ses idéaux sociopratiques, l’innovation et la recherche dans le domaine de la psychopédagogie et de la psychanalyse adlérienne ainsi que de leurs applications méthodiques“.

 

Und unter Punkt 9 „Mitwirkung im Gesundheitswesen“ und 10 „Psychotherapieforschung“ der ethischen Richtlinien für Psychotherapeuten wird festgehalten:

 

(zu 9:) In ihrer gesellschaftlichen Verantwortung werden PsychotherapeutInnen ermutigt, ihren Beitrag zur Erhaltung und Schaffung von Lebensbedingungen zu leisten, die der Förderung, Erhaltung und Wiederherstellung der psychischen Gesundheit und der Reifung oder Entwicklung der Menschen dienen.

 

(zu 10:) Im Interesse der wissenschaftlichen Weiterentwicklung der Psychotherapie sowie der Erforschung der Wirkungen der Psychotherapie sollen PsychotherapeutInnen nach ihren jeweiligen Möglichkeiten an Forschungsvorhaben mitwirken. Die Durchführung von psychotherapeutischen Forschungsvorhaben sowie Publikationen von psychotherapeutischen Arbeiten müssen den oben angeführten ethischen Grundsätzen entsprechen. Die Interessen der Patienten/Klienten sind vorrangig.

 

Dass die Individualpsychologie nach Alfred Adler auch in präven-tiver Hinsicht eine sehr fruchtbare Theorie wurde, zeichnete sich nach Rüedi (2000) schon ab 1904 ab. In dem Artikel „Der Arzt als Erzieher“ unterstreicht Adler die Bedeutung der seelischen Entwicklung, die von der körperlichen nicht zu trennen sei. Da er selber Arzt war, forderte er, seine Kollegen sollten verstärkt Erziehungsberatung betreiben, die Eltern und Lehrer in Erziehungs-fragen beraten, um so auf seeli-schem und körperlichem Gebiet prophylaktisch zu wirken, d.h. Gesunde vor der Krankheit zu schützen. Schon kurze Zeit später setzte Adler im Bereich der Prophylaxe mehr auf die Lehrer und die Schule. Wir wissen heute, dass auch die Luxemburger Schule dieser Aufgabe nicht gerecht wird (siehe auch „Reflexion“ von Mme Lanners).

 

Um 1920 gründete der Wiener Arzt Alfred Adler dann die ersten individualpsychologischen Erziehungsberatungsstellen, die allen ratsuchenden Eltern, Erziehern und Lehrern unentgeltlich offen standen, da sie alsbald von der Stadt Wien gefördert wurden. Dem gingen also Jahre der primären Prävention durch regelmäßige Vorträge über Erziehungs- und Gesundheitsfragen voraus. Übrigens beschäftigte sich Adlers allererste Veröffentlichung überhaupt mit der Prävention körperlicher Krankheiten (Gesundheitsbuch für das Schneidergewerbe, 1898).

 

Auch wenn die LGIPA seit ihrer Gründung 1987 noch keine Beratungsstelle einrichten konnte, so hat sie dennoch nachweislich über all die Jahre in ihren Beratungsgruppen zur Gesundheitsförderung beigetragen (siehe Jahresberichte). Vor allem die von der LGIPA favorisierte Gruppenarbeit ist eine sehr effiziente Präventions- und Stabilisierungsmethode im Bereich seelischer und körperlicher Gesundheit. Im Rahmen des IPG soll prinzipiell die Einheit von Wissenschaft, Ausbildung und Praxis gewährleistet werden, eine wesentliche Maßnahme zur Qualitätssicherung in den drei Bereichen. Dies ist am besten in einem Zentrum zu erreichen.

 

Alle intervenierenden Mitarbeiter des IPG sind qualifizierte Mitglieder, fortgeschrittene Ausbildungskandidaten oder Fachmitglieder der LGIPA. Alle sind der Standesordnung und den ethischen Richtlinien der LGIPA verpflichtet (siehe: www.lgipa.lu ); die LGIPA-Psychologen richten sich ebenfalls nach dem „Code Déontologique de la Société Luxembourgeoise de Psychologie“ (siehe: www.slp.lu ) und der Ethik-Charta der FEAP (Fédération Européenne d’Associations de Psychologues).

 

Die wissenschaftliche und fachliche Leitung sowie die Kontrolle der fachlichen Aktivitäten und Interventionen obliegen allein den Lehranalytikern und Lehrberatern der LGIPA. Der in Luxemburg aktiven Lehranalytikerkommission gehören an: Dr. Ralf Biehle, Dipl. Psych. & Päd. Helmut Gehle, Dr. Karl-Heinz Hay, Dr. German Höcher, Frau Christiane Keller, Dr. Fari Khabirpour, Frau Marlene Lanners und Dr. Lucien Nicolay. Als externe Fachkonsulenten fungieren seit dem Jahr 2001 die Universitätsprofessoren Dr. Charles Pull (Psychiatrie) und Dr. Germain Weber (Klinische und Gesundheits-Psychologie).

 

Die vom Vorstand genannte Geschäftsführung (Organisation, Verwaltung, Buchhaltung, Ausführung) kann einem Team oder entsprechend spezialisierten Einzelpersonen übertragen werden, die dem Vorstand und der Generalversammlung Rechenschaft schuldig sind. Den in geschäftsführenden Funktionen ehrenamtlich Tätigen wird der Mitgliedsbeitrag erlassen. Über die Finanzierung von Forschungsprojekten und wissenschaftlichen Publikationen entscheidet der LGIPA-Vorstand auf Anraten der Wissenschafts- und Forschungskommission, der auch Akademiker angehören können, die nicht Fachmitglieder sind. (Bis zur Ernennung einer solchen Kommission durch den Vorstand übernimmt die Lehranalytikerkommission diese Aufgabe.)

 

Der Tätigkeitsbereich umfasst die Förderung des psychischen  Wohlbefindens der Menschen im Einzugsgebiet durch konkrete Angebote, die psychologische Ausbildung von Fachleuten und Laien im Gesundheitsbereich, die wissenschaftliche Begleitung der Angebote, die Initiierung oder Durchführung von Forschungsprojekten sowie die Kooperation mit anderen Agenten im Gesundheitsbereich